Sunday, February 4, 2018

How to bead plate for embroidery

Stickereien aller Art, auch mit Perlen und Pailetten,  sind aktuell sehr angesagt.
Dieser Post ist interessant für all diejenigen, die mit Perlen und Pailetten arbeiten.
Viele kennen es von Bildern oder Videos über Haute Couture.
Die üblichen Perlenmatten aus dem Handel, sind sehr weich und haben meist keinen Rand. Beim Verlegen der Perlenmatte kann es dann häufig vorkommen, dass die  Perlen auf den Boden fallen oder sich alles vermischt.

Als bei mir die Notwendigkeit entstand ein Perlentablett (ich weiß im übrigen nicht, wie es auf deutsch heissen soll, denn in jeder Sprache heisst es vollkommen anders) zu fertigen, merkte ich schnell, dass dazu kaum Informationen im WWW gibt.

Daher habe ich eine Schritt für Schritt - Anleitung erstellt.
Am Ende des Post sind die Inspirationsbeispiele für Euch aus dem Netz .

Material:
- Perlenmatte oder Möbelbezugstoff / Samt / Velour
- sehr harter Karton oder Schabrackeneinlage
- fester und rutschfester Stoff für Unterseite (beim mir BW-Gabardine)
- Watteline / Volumenvlies
- Kordel
- großformat-Perlen
Zuerst musste ich mich entscheiden, welche Form und Größe für mich wohl sinnvoll wäre.
Ich habe mich für eine runde Form und der Größe einer grossen Untertasse entschieden.
Aus einem sehr festem Karton habe ich zugleich eine Schablone als auch den  Boden meines Tabletts gefertigt. Die Schablone verwendete ich,  um 2 Schichten aus Volumenvlies, 1 Schicht Perlenmatte zuzuschneiden.
Aus dem festen Stoff schnitt ich 1 mal zu, mit Nahtzugaben ca. 1,2-1,5 cm.

Die Nahtzugaben habe ich radial ausgeschnitten.
Der Boden wird als Sandwich gemacht: zuerst Karton-Boden, dann Volumenvlies, dann der Stoff.
In nächsten zwei Schritten sollte der Stoff um den Boden festgemacht werden.
Zuerst habe ich Nahtzugabe mit einem Heftstich gereiht.
Dann habe ich in einer Art "8" die gegenüber liegende Nahtzugaben überkreuzt miteinander verbunden. Dafür benötigt man entweder stärkeren oder doppelten Faden. Man bewegt sich im Kreis.
Den nächsten Schritt habe ich gemacht, weil der dunkelfarbige Karton durchschimmerte. Es ist aber nicht unbedingt notwendig durchzuführen. Ich habe die Innenseite des Bodens mit einer zusätzlichen Schicht Stoff abgedeckt.

Die Perlenmatte habe ich noch minimal schmaler gemacht, damit ich die Kordel besser befestigen konnte.
Zuerst habe ich mit Stecknadeln leicht fixiert, danach über die Perlenmattenkante mit Überwendlingsstich genäht.
Der geht so:

Die Kordel habe ich am Rand platziert und erstmal ebenfalls mit Stecknadeln befestigt.
Beide Enden der Kordel kann man schön unter den kleinen Streifen des Ripsbandes verstecken.
Ich habe aber auch gesehen, dass man auch einafch in einer Art Knoten formen kann (siehe untere Beispiele in schwarz).

Der nächtster Schritt ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber äusserst empfehlenswert.
Die Perlenreihe ist eher ein Schutz gegen "Steckenbleiben" der kleinen Perlen und Pailetten, als ein Schmuckelement.

Die grossformatige Perlen sind auf einem Madeira Monofil-Garn Nr. 40 aufgereiht.
Im zweiten Schritt habe ich diesen Faden  unsichtbar, aber fest an die Kordel und Aussenkante des Tabletts angenäht.

Hier folgt eine Sammlung der Inspiration für Euer eigenes bead plate:












Rechteckige Form

Sunday, January 28, 2018

Deine blauen Augen machen mich so sentimental...

muß ich immer singen und denken, wenn ich das T-Shirt in die Hände nehme und lache selbst drüber :-). Ich mag die "Prinzen" und dieses Lied passte irgendwie zu dieser Stickerei :-)
Die Entstehungsgeschichte von diesem Design ist sowohl lustig als auch total verrückt :-)
Design entstand aus der Hand der russischen Stickdesignerin Caposha und ist für uns gratis.
Es gibt 2 Versionen  der Augen.
Das Design wurde gratis, weil es auf einem Mißverständis zwischen dem Kunden und dem Designer basiert.
Die Kundin wollte Augen gestickt bekommen. Als die Designerin ihr die Probe präsentiert hat, war die Kundin sprachlos, weil sie eigentlich 1,5cm grosses Auge haben wollte.
Vermutlich dachte sie an sowas:

Es ist nun mal in der Qualität nicht zu machen.
Damit man es besser versteht, zeige ich das Design aus der Nähe:

Also blieb das Design ohne Verwendung. Bevor es als digitaler Müll endete, dachte die Designerin, dass jemand vielleicht Spass daran haben könnte und hat uns geschenkt.

Download ist hier.

Genäht habe ich aus sehr feinem Modal, welches ich noch als Rest bei mir hatte, nachdem ich das Löwen-Shirt im Sommer gestickt habe.
Das Schnittmuster ist von Garconne T-001.
Der Schnitt ist für sehr elastische Stoffe gemacht. Aufpassen, sonst wird zu eng.

Am schönsten wirkt das Design auf schwarz und noch direkt auf den Brüsten, dann sind sie Augen größer :-). Hier ist ein Beispiel von eine Forumuserin.
Ich selbst kann leider schwarz nicht tragen, daher ist bei mir marine.

Thursday, January 25, 2018

Macht Nähen glücklich ?

Manche behaupten es so.
Ich habe mir dieses Wochenende diese Frage sehr häufig gestellt.
Wann genau bzw. wie häufig bin ich tatsächlich beim Nähen glücklich ?
Meiner Meinung nach, kann Nähen wirklich glücklich machen, wenn alles wie geplant abläuft und ohne Probleme zusammen kommt.

Optimal wäre es, wenn man sich das gewünschte Modell aussucht, den Stoff verwendet, welchen man mit voller Freude ausgesucht hat, die Kleidung letztendlich 1A sitzt und man zudem noch irre viel Spass beim Nähen hatte.

Wie häufig passiert mir das jedoch real ?
Wenn ich Punkt für Punkt durch diesnachfolgende Liste gehe, wird das Glücklichsein vermutlich nicht gewinnen.

Aber fangen wir der Reihe nach an.

1. Die Idee und das Schnittmuster
Ich habe irgendwo ein wunderschönes Modell gesehen, was ich umsetzen möchte.
Entweder verwende ich einen Schnitt, den ich abwandel oder ich nehme einen Fertigschnitt dafür.
Bin ich dabei glücklich? Ja!

2. Der Stoff
Ich begebe mich auf die Suche nach dem richtigen Stoff. Ich habe eine glasklare Vorstellung von der Qualität und Farbe des gewünschten Materials. Sehr selten finde ich es genau so, wie ich ihn mir vorstelle. Weitaus häufiger ist das jedoch nicht der Fall. Aber das ist nur der Anfang. Viel schwieriger ist es sehr häufig noch das richtigen Zubehör bzw. die weiteren Kurzwaren zu finden. Dann geht es richtig los.
Beispiel: Ich wollte eine asch-rosa Wildlederersatz-Biker-Jacke nähen. Zuerst war es kaum möglich, die richtige Farbe und das entsprechende Wildleder mit  dem exakten Gewicht bzw. der genauen Dicke zu finden. Nachdem mir das tatsächlich geglückt war, begann die intensive Suche nach den passenden 2-Wege-rosa Metall-RV mit Silberzähnchen für die Vorderseite und den entsprechenden 1-Weg-Metall-RVen mit Silberzähnchen jeweils für die Taschen in den Größen 16 cm sowie 22 cm für die Ärmel.
Was habe ich davon jedoch gefunden? Richtig, rein gar nichts !
Zum Glück habe ich eine Freundin in Russland und die Russen haben alles in Hülle und Fülle. Ich bekam die RV's schlussendlich nach einigen Wochen dann doch. Bis dahin war ich jedoch leider schon völlig bedient.
Bin ich dabei glücklich? Selten. Meistens bin ich am Ende der Suche  erschöpft.

3. Passform.
Hier kommt es ganz klar auf meinen eigenen Anspruch an die Passform an. Meiner ist bekanntermassen sehr hoch. Es gibt kaum etwas, was ich nicht oder nur wenig anpasse. Es hat sehr viel mit den Asymmetrieen meines Körpers zu tun. Es ist sehr mühseelig und anstrengend und dauert manchmal Tage bis ich soweit bin, dass ich endlich nähen kann. Manchmal bin ich so strapaziert, dass ich am fertigen Stück kaum mehr Freude empfinden kann. Dann muss erst die Zeit vergehen, dass ich das Alles vergesse habe und das Stück letztendlich geniessen kann.
Aktuell habe ich zwei ganze Tage damit zugebracht, einen Bleistiftrock "nach Mass" an meine unterschiedlichen Hüften anzupassen. Ich hatte mir die Entstehung dieses Rockes ganz anders  vorgestellt.
Bin ich dabei glücklich? Ganz sicher nicht ! Meine Hände sind komplett zerkratzt von den dutzenden Anproben.

4. Das Nähen und der Entstehungprozess.
Auch hier kommt es auf meinen eigenen Anspruch an die Verarbeitung an. Ich kann nicht anders, es muss alles akkurat und sauber und grade und sonst noch was sein.
Grade bei Designer-Stücken raucht mir des häufigeren mein Kopf, wie man es an der einen oder der anderen Stelle bloß gemeint ist ? Solche Situationen passieren mir häufiger als mir lieb ist.
Ich kann dann tagelang an Nichts anderem mehr denken - die Lösung muß einfach her. Wenn ich mit dem 3D-Denken nicht dahinter komme, bastel ich an einem Probestück, um das Schritt für Schritt auszutesten.
Ich bin nun mal kein Genie und wenn ich letztendlich dahinter komme, bin ich völlig erschöpft. So lange ich nach der Lösung suche, fühle ich mich meist schrecklich und bin höchstunzufrieden und teilweise sauer auf mich, weil ich es nicht zu lösen vermag.
Ich mag das Nähen selbst und die Prozesse an sich. Aber es ist auch eine beträchtig  lange Prozessliste, bis man etwas fertig genäht hat.
Hier ist nur ein Beispiel auf russisch (meine Hausaufgabe). Meine Aufgabe war für diesen Designer-Rock von Sacai,was ich mir als Beispiel meine Transferleistung ausgesucht habe, die Prozessliste zu erstellen. 22 Punkte!

Das Nähen ist in meinen Augen  vergleichbar mit erschöpfender Arbeit bzw. Anstrenung !
Manchmal ziehen die Stoffeigenschaften einem einen Strich durch die Rechnung: Der Stoff liegt bzw. fällt nicht so, wie man erwartet hat oder wie man es benötigt. Manchmal will er mit einem anderen Stoff nicht zusammen arbeiten oder macht mir einfach das Nähen für mich zur Qual.
Beispiel: Ich habe mehrere Anläufe unternommen, um gut Wildlederersatz mit Pannesamtausbrenner zusammen zu nähen. Nichts half - weder  das Heften, noch Obertransport, noch Teflonfuss.
Bin ich glücklich?  Ganz selten, wenn es wirklich glatt läuft und das Stück, was ich nähe, recht einfach ist.

5. Das Tragen
Endlich ist der ganze Weg hinter mir und ich kann tragen, was ich genäht habe.
Es ist für mich seit Jahren normal, dass ich mit Ausnahmen von Jeans und Gestricktem, selbstgenähte Kleidung trage. Es ist für mich somit nichts besonderes. Und wenn ich nicht explizit auf etwas angesprochen werde, dann nehme ich davon meist keine Notiz.
Wenn ich auf meine Kleidung angesprochen werde, freut mich das sehr, denn das bedeutet, dass meine Kleidung wahrgenommen wird.
Eine andere Art Freude erfahre ich, wenn bestimmte Stücke die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich kann z.B. mit diesem Kleid niemals ohne Augenbegleitung von Passanten durch die Straße gehen.
Die Kleidung ist bequem, ich habe die richigen Farben. Das erfreut mich natürlich.
Bin ich glücklich?  Ja, sehr!

6. Nachhaltigkeit.
Dadurch, dass ich sehr langsam und gewissenhaft etwas anfertige, produziere ich nicht all zu viel Kleidung und trage sie über ein sehr langen Zeitraum. Es ist etwas, was ich anstrebe und was mich besonders erfreut. Ich versuche schon bei Auswahl der Stoffe darauf zu achten, dass sie gut sind und mir möglichst lange ihren Dienst leisten werden. Das ist mein kleiner Beitrag für die Umwelt.
Seit ich eine Stoffinventur vor zwei Jahren durchgeführt habe, kaufe ich die Stoffe sehr bewußt:
Nur das Nötigste, was ich realistisch in 1-2 Monate abarbeiten kann. Dies entspricht der Menge, die ich tatsächlich für ein Kleidungsstück, was ich tatsächlich danach auch tragen werde, brauche.

Fazit:
Die Sache mit Glückseeligkeit bei diesem Hobby für mich ist nicht so eindeutig.
Ich empfinde kaum Erholung und Entspannung während ich nähe, weil ich ständig im Vorraus denken muss. Tue ich es nicht - mache ich zwangsläufig Fehler !

Es spielt überhaupt keine Rolle, ob ich seit 10 oder 30 Jahre nähe. Ich stehe bei jedem neuen Projekt vor neuen Herausforderungen. Es wird nie langweilig - soviel ist sicher ! Aber es wird auch NIE leichter ! Aber ..
Man erlebt wahre Freude beim Sieg über die eigenen Unzulänglichkeiten. Durchaus kannich ein Gefühl der tiefsten Zufriedenheit, wenn es letztendlich gelungen ist, empfinden. Das Erdachte umgesetzt zu haben und die Erholung beim Tragen, weil es bequem ist und man sich drin sehr wohl fühlt, führt bei mir durchaus zu einer gewissen Glückseeligkeit.

Wie ist es bei Euch ? Macht Euch das Nähen glücklich?