Sunday, July 24, 2016

Träume nicht dein Leben-Lebe deinen Traum!

Das war der nahezu wortwörtliche Appel von zwei Frauen in meiner Umgebung, die mich im wahrsten Sinne des Wortes bewegt haben.

Eine dieser Frauen ist Agnia mit den Worten: Die Träume gehen in Erfüllung!
Agnia ist 36 Jahre alt, Mutter eines Mädchens  im Alter von 7,5 Jahren. und hat ein Diplom in Kommunikationsmarketing. Sie näht wie ich seit der Schule. Mit 35 entschied sie sich ein zweites Studium anzufangen. Diesmal ist das alles privates Vergnügen mit doppelter Belastung.
Sie gehört, um es in ihre Worte zu fassen, zu den Menschen, die lieber drapieren, statt auf dem Papier zu konstruieren.


Ich muss euch einfach ihre Diplomarbeit zeigen, denn das ist etwas so Schönes, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe.
Ihre Diplomarbeit heisst "In fiore", was aus dem Italienischem kommt, und so viel heißt wie "Im Erblühen".
Vor allem möchte ich dieses schwarze Kleid hervorheben- das ist mit Abstand eines der schönsten schwarzen Kleider, die ich je gesehen habe.
Ihre Diplom-Kollektion ist hier zu sehen.
Die Modenschau der Kollektion könnt ihr hier anschauen.
Es ist nie zu spät, etwas anzufangen, das Leben zu ändern und Träume zu erfüllen-Agnia ist das beste Beispiel dafür!

Die zweite Frau ist Viktoria Boiko aus St.Petesburg, Meisterin und Pädagogin des Ausbildungszentrums für Luneville-Stickerei und anderen Arten der Perlen- und Tambourstickereien.
Ihre Worte waren:
"Freunde, wenn ihr Träume habt- folgt ihnen! Das Leben ist viel zu kurz, macht jeden Tag neue Schritte auf dem Weg zu euren Zielen!
Enige Diplom-Arbeiten der Absolventinnen haben mich komplett sprachlos gemacht.
Die kann ich leider ohne Erlaubnis hier nciht zeigen. Aber ich kann hier Viktoria bei der Abeit zeigen, hier.

Bewegt  und wahnsinnig inspiriert durch die Ansprachen beider Frauen habe ich mir ein lang ersehnten Traum erfüllt und befinde mich derzeit in der Ausbildung der Luneville- und Tambourstickerei.
Hier sind meine ersten unsicheren Schritte :-)
1. Indische Technik Tambourstickerei mit Luneville-Nadel. Die Ari-Nadel ist noch unterwegs zu mir aus Indien.

2.Luneville-Stickerei (ca. 8h Arbeit)
Und so sieht mein Werkzeug aus.
Eine Nadel ist Nr.70,die andere ist  Nr.80

Thursday, June 30, 2016

Pragmatisches Abiballoutfit

Endlich ist es soweit, dass ich das Abiballoutfit zeigen kann.

Для русскоязычных: информация этого поста содержится у меня в теме на сезоне здесь

Es folgt ein unglaublich informativer Post. Daher: Wenn jemandem das zu viel ist, braucht er nur die ersten paar Bilder anzuschauen:-) Hier sind die wichtigsten Fotos :-)


 Devise dieses Outfits war Pragmatismus. Es sollte:
- Abgesehen vom Ball auch weiter im Alltag genutzt werden
-Das Kleid sollte nicht bodenlang sein und somit  ein weiteres  Aftershow-Party-Kleid erübrigen, damit man festlich genug, aber auch dennoch beweglich genug unterwegs ist
- Es sollte pflegeleicht sein, damit man es auch waschen kann, falls was drauf kommt. Man sollte  nicht den ganzen Abend nur darauf achten, dass das Kleid nicht knittert oder Flecken abbekommt
-E sollte schlichte sein, aber mit dem gewissem Etwas
-Die Schuhe: Den ganzen Tag & die ganze Nacht bequem

Prototyp des Kleides war dieses Modell
Ich habe mir sehr lange den Kopf zerbrochen, welches Jackett dazu passen könnte. Letztendlich fiel meine Wahl auf das Modell aus Mrs.Stylebook Summer 2013.
Dann am Kind skizziert. Auf den Rüschenkragen haben wir auf ihren Wunsch verzichtet,weil er zu überladen war.
Uns war klar, dass das Kleid korallfarben wird.
Zuerst dachten wir an diese Palette:
Als ich mich damit auseinandergesetzt habe, wie viel Koralle-Farbtöne es gibt....
kamen wir darauf, dass es bei einem klarem Frühling wie ihr diese Farbpalette sein sollte.
Schmuck: Gold. Tasche: Gold. Schuhe: Gold (die wurden dann kurz vor knapp umgeändert,weil das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und hohe Absätze bei den Pfützen vorteilhafter waren :-))

Also ergab sich diese Stoffwahl:
-hochwertiges Korallen-Polyestersatin mit mattem Glanz
-BW-Boucle, sehr locker und dünn
-Venezia-Futter fürs Kleid
-Viscose-Futter fürs Jackett
Trotz der Tatsache, dass ich Schnittabwandlung vom individuell angeferigten Basisschnitt gemacht habe, hat es nach der Anprobe starke Veränderungen gegeben (insbesonderen im Brustbereich, da musste ich noch deutlich mehr hinzufügen). Die rote Linie ist der originale Verlauf.
Weitere Fotos sind schon nach dem Abiball entstanden. Ich habe es irgendwie versäumt vor dem Tragen zu fotografieren.

 Ich habe sieben unterschiedliche Muster gestickt und mich für dieses entschieden.
Diese Spitze habe ich dann auf das fertige Kleid mit Monogarn per Hand angenäht.
Den Schmuck, der aus Swarowski, Miyuki und französischen halbtrasparenten Pailetten besteht, habe ich punktuell mit dem Kleid verbunden, den Rest oberflächlich auf die Spitze angebracht.
Warum mussten die Pailletten aus Frankreich sein?  Das sind Haute Couture Pailetten, die 3 mm groß sind. Diese Größe habe ich hier zu Lande einfach nicht gefunden.

Noch ein paar Details, bevor ich zur Technik des Jacketts übergehe.
Das Futter ging nur bis leicht unter die Taillenlinie. Der Untterrock ist aus dem selben Stoff gemacht wie das Kleid und ist je nach Lichtverhältnissen entweder heller oder dunkler als das Kleid.
Das Jackett wird mit einem Schmuck-Druckknopf geschlossen, ebenfalls gold, oben drüber befindet sich eine Attrappe.

 Rüschen-Taschenklappen sind auf Wunsch keine echten Taschen.
.Um die Klappen dünn zu halten, habe ich die Unterseite mit Futter versehen

Nun zur Technique der Fertigung.
 Alle Schnitteile einzeln auf dem Stoff aufgelegt komplett mit dem Reihgarn umfahren.
Zuschnitt erfolgte mit ca. 3 cm Nahtzugabe.
 Ausgeschnittene Teile auf Seidenorganza mittlerer Stärke aufgelegt und ausgeschnitten.
Alle Teile (bei Schößchen ergaben sich somit 16 Einzelteile) vollflächig pikiert.
Alle Ausschnittkanten mit Seidenorganza Webkanten versärkt (mit Hexenstich angebracht). Hier kann man auch sehen, dass man auf der rechten Seite keine sichtbaren Stiche hat.
 Nun zum Ärmel. Diesmal habe ich die japanische Methode ausprobiert. Bei diese Methode wird das Futter an beiden Nahtzugaben des Ärmels im mittleren Bereich fest verbunden. Bevor man es wendet, liegt das Futter mit beiden Lagen an nur einer Seite des Ärmels. Danach wird es gewendet, indem es übergestulpt wird.

So einen lockeren Boucle kann man gar nicht bekleben. Ohne die Nähte irgendwie zu stabilieren kann man das Jackett gar nciht zusammen nähen- es würde sofort auseiander fallen. Also verstärkte ich das Armloch mit doppelter Naht und einem Streifen Seidenorganza.
Im unterem Bereich wurden die Nahtzugaben stark zurückgeschnitten und zur Sicherheit noch mit Futterstreifen eingefasst. Die Ärmelkugel ist mit kleinem Streifen Volumenvlies ausgefüllt.
 Von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt Nahtzugaben an der Ärmelkugel auseinander gebügelt.
Noch ein paar Worte zum Ausschnitt.
Die Inspiration nahm ich aus den 50-er.