Wednesday, April 16, 2014

Dirndl nähen, Teil 2

 Rückenteil, Passepoilieren, Zusammenbau des Leibls
Es ist so viel Material,was ich zeigen muß,dass ich mich entschieden habe, es aufzuteilen.

Ich sage von vorne herein, dass ich jetzt schon kaum mit der Nähmaschine nähe und dass es dafür wirklich logische Gründe gibt :-)

1. Die 3cm breite Schrägstreifen habe ich aus dem "Futterstoff" zugeschnitten, die auf beide Seiten des Mittelteils gesteckt werden. Daraufhin wird eine Maschinennaht durchgeführt.


Meine Empfehlung:
Im Buch steht, dass der weitere Schritt "Passepoilierung" mit Nähseide auszuführen ist. Meine Freundin sagte mir jedoch, dass  in Österreich mit Nähseidengarn ein übliches Nähgarn gemeint ist. Dennoch ist es meiner Erfahrung nach ein signifikanter Unterschied, wenn man es mit Nähseide macht. Für meine Zweckes habe ich mattes Nähseidengarn verwendet.
2. Passepoilschnur einlegen
3. Den Schrägstreifen um die Passepoil legen, festhalten und mit Rückstichen vernähen.
Dabei immer wieder die Passepoil  bewegen,um zu prüfen, ob die Passepoil frei liegt. 
KEINE NÄHMASCHINENNAHT!
 Außen- und Innenansicht
4. Das Mittelteil ist fertig eingepaspelt.
5. Das Mittelteil wird auf Seitenteil gelegt und festgesteckt. Dabei muß man darauf achten, dass die Grenzpunkte am Armloch und an der Taille exakt aufeinander treffen.
 6.Sollte das Mittelteil etwas länger sein, so ist jetzt der richtige Punkt, an der Passepoil nachzuziehen.
7. Jetzt darf mit der Maschine direkt über die Handnaht genäht werden.

8.Im nächsten Schritt wird die Kappnaht vorbereitet. Die Nahtzugabe vom Oberstoff des Seitenteils wird auf die gleiche Breite wie die Nahtzugabe des Mittelteils zurückgeschnitten. Das war im übrigen der Grund,warum die Nahtzugabe beim Zuschnitt so unterschiedlich waren.

 9. Die Nahtzugabe des Futters wird um die kürzere Nahtzugaben gelegt und von Hand geheftet
 10. Nahtzugabe wird an das Futter anstaffiert. Wier man das macht habe ich schon mal hier gezeigt.
11. Rückenteil ist jetzt fertig
12. Nun werden die Schulternähte geschloßen. Dabei ist es sehr wichtig, dass die markierten Eckpunkte exakt aufeinander treffen.
13. Die Nahtzugaben werden auseinander gebügelt und gegengleich zusammen gelegt. Die fertige Nahtzugabe sollte nicht weniger als 15mm betragen.
 14. Die fertigen Kanten werden zusammengesteppt.
15. Nachdem die Schultern fertig sind, wiederholt man die Schritte 13 und 14 an den Seitennähten.
WICHTIG!
Die Seitennähte selbst bleiben offen!!!

Sunday, April 13, 2014

Mal wieder in rot


Для русскоязычных: информация этого постинга содержится у меня в теме на сезоне здесь

Es gab endlich  einen Anlass, (m)ein Kleid  zu zeigen.
Die Idee, das Kleid zu nähen entstand noch im Jahre 2010, das ist Vogue V1056
Zuerst  habe ich einen Hilco standard-Jersey gekauft, aber die Standardfarbe ist zu grell, zu hoch rot. Dann sah ich diesen alternativen rot-jersey und wollte endlich das Kleid nähen. Genäht habe ich sehr schnell, also in  ca 1,5 Wochen, zwischen Weihnachten und Silvester.
Was ich besonders bei Designer-Schnitten mag ist, dass die Verarbeitung manchmal sehr interessante Alternativen anbietet. Diesmal war das nicht so. Nachdem ich auf die vorgeschlagene Weise das Futter mit dem Beleg verbunden habe, drückten alle umgeschlagene  Nahzugaben der Belege durch.
Ich habe alles an den Belegen aufgemacht und neu /anders gemacht.
Ebenfalls anders musste ich die Aussschnitte am Futter verarbeiten. Ich weiß nicht, welche Art Futter Vogue gemeint hat, aber normales Futter würde ich nicht doppelt umschlagen. Ich habe es auf diese Art gemacht.

Die einzige Änderung,die ich am Schnitt vornehmen müssen war der Rücken. Ich musste sehr viel im Rücken wegnehmen und meine Kurve verpassen, sonst hängte es völlig formlos und sackig runter.


 Prost!:-)

Saturday, March 29, 2014

Dirndl nähen, Teil 1

Zuschnitt und Vorbereitung zum Nähen

Man glaubt kaum wie aufwendig das sein kann, denn es ist ja nur ein Leibl und nur paar Teile...
Damit habe ich die letzten 2 Tage verbracht und noch gar nicht angefangen wirklich zu nähen.
Und so kamen Fragen über Fragen. Sobald eine Frage gelöst war, kam schon die Nächste auf.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bedanken bei den drei Nähschwestern, die mich großartig unterstützen und Geduld aufbringen, mir 200 Fragen ganz genau zu beantworten.
Liebe Janette, liebe Luisa und liebe Evelyn, ich danke euch!!

Ebenfalls waren ein Werkbuch und  eine wundervolle Tracht, die ich je gesehen habe (bitte guckt euch unbedingt die Details an, ich war sprachlos, 97% purer perfekter akribischer Handarbeit auf dünem Seidenbrokad), mir eine sehr große Hilfe.
Das Buch beinhaltet sehr detaillierte Erklärungen und Zeichnungen zum traditionellen Fertigen vom Dirndl.
Das ist das Beste, was ich bis jetzt auf dem Gebiet gesehen habe. Geschrieben von zwei Frauen, die ihr Hobby und ihre Liebe zur Tracht zum Beruf gemacht haben.

Nachdem ich die Probe angepasst habe, habe ich sie zerlegt und den Schnitt auf die Folie übertragen.
1. Die Nahtzugaben

-Halsausschnitt  1cm
-Armloch          1cm
-Seitennaht        4cm
-Schulternaht     3cm
-Taille               6 cm
-Teilungsnaht    1 und 2 cm(wichtig(!)daraus wird später Kappnaht) 
     
 
2. Zuerst wird das Futter zugeschnitten. Da ich mein Dirndl mit Knopfverschluss mache, kommt beim Futter  KEINE Nahtzugabe an der vorderen Kante. 
Wichtig: Abnäher werden  NOCH NICHT ausgeschnitten!
3. Nachdem die Teile zugeschnitten sind, wird zwei Mal von beiden Seiten kopiert.
Zuerst wird durch die Folie mit einem Kopierrädchen darüber gefahren, dann umgedreht auf dem Kopierpapier liegend noch mal für die andere Seite.

4. Erst wenn Futterteile zugeschnitten sind, kann man die aus dem Oberstoff zuschneiden.
Diesmal muss man etwas für Einschlag hinzufügen. Ich habe mich für 6cm entschieden.
5. Im nächsten Schritt werden die Teile "richtig" zusammen gelegt, d.h. die rechte Oberstoffseite außen und Futterseite mit Kopierlinien innen.
Im Buch wird vorgeschlagen, die Teile zusammenstecken und dann drum herum mit Heftstichen umzufahren.
Nach dem Stecken war ich mir nicht sicher, ob beide Stofflagen tatsächlich keinen freien Zwischenraum haben werden, deshalb habe ich mich für den umständlicheren, aber sicheren Weg entschieden, alles durchzuheften. Gerade beim Abnäher ist es wichtig, dass alle Lagen gleichermaßen miteinander vernäht werden (das habe ich schon mal bei den anderen Projekten bei der Arbeit mit mehreren Lagen gezeigt).

6. Anschließend habe ich alle Teile durchgeheftet.
Das ist nicht erforderlich! ich wollte es so. Sicher ist sicher. Das wird an der harten Oberfläche durchgeführt, nicht auf dem Schoß :-)
ich habe einen sehr dünnen und sehr glatten 120-er Serafil Overlockgarn dafür genommen. Zu einem kann man es leicht entfernen, zum anderen biegt sich der stoff darunter nicht.

7. Nun können alle Konturen umfahren werden.

8. Abnäher werden geheftet. Die Spitze der Abnäher beim Dirndl geht bis zum Brustpunkt und wird sehr langsam rausgenäht.